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Lena Gschwendtner: Als alles zusammenbrach

Lena Gschwendtner kennt das Leben im Dauerfunktionieren ebenso wie den Moment völliger innerer Erschöpfung. Trotz äußerer Stabilität führte sie ein Burnout an einen Punkt, an dem nichts mehr ging. Kein Kämpfen, kein Weitermachen, kein Durchhalten. Genau dort begann etwas Neues. Nicht als Methode, sondern als tiefe innere Erfahrung von Ruhe, Verbundenheit und Klarheit.

Heute begleitet Lena Gschwendtner Menschen die spüren, dass Veränderung nicht im Außen beginnt, sondern in der ehrlichen Verbindung zu sich selbst. In ihrer Arbeit verbindet sie Körper, Atem und Bewusstsein zu einem Ansatz, der Verständnis und gelebte Erfahrung zusammenführt. Es geht nicht darum besser zu werden sondern wahrhaftiger und wieder in Kontakt mit der eigenen Essenz zu kommen.

Interview mit Lena Gschwendtner

Interview Lena Gschwendtner

Frau Gschwendtner, was war der Schlüsselmoment, der nach Ihrem Burnout alles verändert hat?

Mein absoluter Schlüsselmoment war, als ich inmitten meines Burnout total verzweifelt und voller Schmerz in meinem Bett lag und keine Kraft mehr hatte dagegen anzukämpfen. Ich ließ von ein auf den anderen Moment alles los, gab innerlich komplett auf.

Ich fiel dadurch in ein Gefühl unendlicher grenzenloser Liebe und wahrhaftigem Frieden. Mein Herz so weit offen, dass ich mich als Eins mit allem erfuhr. Dieser Zustand von Glückseligkeit hielt einen ganzen Tag lang an. Ich ging sogar zur Arbeit an diesem Tag und erlebte dieselben Situationen, die sonst puren Stress bedeuteten, in tiefster Ruhe, Ausgeglichenheit und Frieden.

Seit diesem Moment weiß ich, dass alles wirklich alles immer und überall da ist. Und dass sich innerhalb einer Sekunde alles komplett verändern kann. Und auch, dass der Schlüssel dazu in mir liegt.

Warum reichten klassische Therapien für Sie langfristig nicht aus?

Weil ich ab einem bestimmten Punkt merkte, dass ich einfach nicht mehr weiterkomme. Die Therapie, in der ich noch kurz vor meinem Burnout war, fühlte sich an, als ob sie an mir vorbei zielte.

Etwas in mir wusste, dass ich nicht am tiefsten Kern meiner selbst bin und dass ich etwas anderes brauche, um dorthin zu gelangen. Auch suchte ich – damals unbewusst – nach einer Begleitung, die selbst dieses Leiden kennt, in dem ich steckte und auch dort bereits rausgekommen war.

Jemand, der integer das verkörpert und lebt, wo ich wirklich hin will. Den ersten für mich wegweisenden Menschen begegnete ich dann 2021 während meines Burnouts im Human-Flow Institut. Dort fing es an, dass wirklich neue Türen für mich aufgingen.

Mein Bewusstsein und auch mein Körper begannen, sich zu erinnern, wer ich wirklich bin.

Was meinen Sie mit der „Verbindung zur eigenen Essenz“?

Wenn ich von Essenz spreche, meine ich das, was aus uns strahlt. Das Gold in jedem von uns. Wenn wir zu diesem Ort in uns bewussten Zugang finden, also in Verbindung kommen, ist das Leben wieder schön und voller Wunder. Wir nehmen aus dieser Verbindung das Leben nämlich anders wahr.

Wir müssen in ihr unsere Gefühle nicht mehr unterdrücken, sondern können sie ihre Arbeit für uns machen lassen. Wir können auch sehen, was gerade wirklich wichtig ist, was es zu tun oder nicht zu tun gibt. Es wird nicht herausforderungsfrei aber so viel leichter und schöner wenn wir uns auf die Verbindung mit uns selbst ausrichten.

Lena Gschwendtner: Innenschau als Weg zu Klarheit und Präsenz

Zitat Lena Gschwendtner

Welche Rolle spielen Atem und Körperarbeit in Ihrem Ansatz?

Körper, Atem und auch geistige Arbeit fließen gleichwertig in mein Wirken mit ein. Sie gehen Hand in Hand und ich sehe sie als eine Einheit. Je nach dem wo ein Mensch grade steht, kann eine „Herangehensweise“ mehr im Vordergrund stehen.

Die Atemarbeit z.B. führt Menschen schön in den Körper, bringt wichtige Aspekte aus dem Unterbewusstsein an die Oberfläche. Wenn wir diese dann nicht verstehen, kann das verunsichern. Da braucht es dann das richtige und heilsame Verständnis über diese körperliche Erfahrung, sodass Menschen sie für sich gut einordnen und ins Leben übertragen können.

Auch andersrum wissen wir manchmal schon viel auf geistiger Ebene und durch die Atemarbeit kann es dann auch tief  im Körper und in den Zellen landen, sodass es im Alltag lebbar wird. Letztlich führen alle  „Tools“ zum selben Ziel:

Zu mehr Selbsterkenntnis, in die Verbindung zu uns selbst und dadurch in ein so viel angenehmeres und erfüllteres Leben.

Was verändert sich, wenn Menschen innere Zusammenhänge wirklich verstehen?

Es macht Klick. Der Mensch erkennt plötzlich Sinn in sich. Versteht sich selbst besser.

Das schenkt so viel Ruhe, Selbstvertrauen und Mut und ist oft der erste Schritt in Richtung Veränderung. Diese geschieht aber erst dann, wenn die neu gewonnene Erkenntnis im Leben umgesetzt wird. Verständnis und Wissen stabilisiert, die Umsetzung des Wissens zieht dann neue Erfahrung ins Leben. Deshalb arbeite ich mit Menschen auch sehr konkret anhand von Situationen, die sie inmitten ihres Alltags beschäftigen.

So kann Wissen und reale Erfahrung verknüpft werden. Als Beispiel ist es wie mit einem theoretischen Studium, wo noch der Praxisbezug fehlt und die Inhalte dann oft leer erscheinen und man einfach noch nicht viel damit anfangen kann. Erst wenn wir aus einem Praxissemester oder später im Beruf Erfahrung dazu machen, verstehen wir aufeinmal was der Professor im Theorieunterricht damals meinte.

Der Inhalt und Wert wird fühlbar, weil wir ihn in eine Erfahrung einbetten können. Und das mache ich in meiner Begleitung von Anfang an: Theorie und Praxis zusammenführen. Aktuelle Erfahrung mit Wissen über die Lebensgesetze und innere Ordnung erklären und neue Erfahrung durch Anwendung des Wissens ermöglichen. Darin entsteht Erfüllung.

Was möchten Sie Menschen mitgeben, die spüren, dass es Zeit für Veränderung ist und wie können sie mit Ihnen in Kontakt treten?

Ich finde es soo schön, wenn Menschen sich aktiv in Veränderung begeben. Darin liegt viel Mut, Offenheit und Wertschätzung sich selbst und dem Leben gegenüber. Ich gratuliere und wünsche ganz viel Vertrauen und Mut bei der Wahl des passenden Begleiters auf das eigene Herz zu hören.

Meist ist ein Gefühl von Freude gemischt mit Respekt oder Ängsten eine Kombination die anzeigt, dass dort eine Begleitung ist, die dich gut zu dir führen kann.

Meine E-Mail- Adresse ist kontakt@lena-gschwendtner.de. Der Name meines Instagramprofils ist lena.gschwendtner. Auch dort kannst du mir eine Nachricht schicken. Die schönen Fotos von mir in diesem Beitrag hat Jennifer Webley (Instagram: purityoflove.photography) gemacht. Auch zu ihr kannst du Kontakt aufnehmen. Sie führt Menschen durch ihre Fotografie in tiefere Selbsterkenntnis und Liebe und hat auch mir durch ihre Fotos viel geschenkt.

Über Lena Gschwendtner

Lena Gschwendtner lebte lange mit verschiedenen psychischen Belastungen und war über Jahre in Therapie, obwohl ihr Leben nach außen hin vollständig wirkte. Die tiefe Krise im Jahr 2021 wurde für sie zu einem Wendepunkt und im Rückblick zu einem der größten Geschenke ihres Lebens. Heute begleitet sie Menschen dabei, ihr inneres Leid bewusst zu verstehen und ihr Leben wieder im Einklang mit dem zu gestalten, was sie sich im Herzen wirklich wünschen.

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