Gesundheit & FitnessLifestyle & Inspiration

Bildschirmarbeit im Herbst: So kommen Rücken, Nacken und Kopf entspannt durch den Arbeitstag

Wenn die Tage im Oktober kürzer werden, verlagert sich das Leben spürbar nach drinnen. Zwischen Mannheim, Karlsruhe und dem Bodensee sitzen viele Beschäftigte jetzt noch länger am Schreibtisch, ob im Büro oder am Küchentisch im Homeoffice. Morgens ist es dunkel, abends auch, und dazwischen liegen oft acht Stunden vor dem Monitor. Der Körper meldet sich dabei meist leise: ein steifer Nacken, ein ziehender Rücken, ein dumpfer Kopf am Nachmittag. Wer diese Signale ernst nimmt, kann mit erstaunlich wenig Aufwand gegensteuern.

Warum langes Sitzen so anstrengend ist

Warum langes Sitzen so anstrengend ist

Das eigentliche Problem ist weniger das Sitzen an sich als der Stillstand. Muskeln, die stundenlang dieselbe Position halten, ermüden und verhärten. Die Bandscheiben werden schlechter versorgt, weil ihnen der Wechsel aus Belastung und Entlastung fehlt. Dazu kommt, dass viele Menschen beim konzentrierten Arbeiten unbewusst die Schultern hochziehen oder den Kopf nach vorne schieben.

Die DAK weist in ihren Tipps für einen gesunden Rücken im Alltag darauf hin, dass Erwachsene im Schnitt mehr als zehn Stunden täglich sitzen. Der Rat der Krankenkasse klingt simpel und wirkt trotzdem: Treppe statt Aufzug, die Sitzposition häufig wechseln und zwischendurch immer wieder aufstehen.

Der Arbeitsplatz als Stellschraube

Ein gut eingestellter Arbeitsplatz nimmt dem Körper viel Arbeit ab. Die Füße stehen flach auf dem Boden, die Oberschenkel liegen etwa waagerecht, die Unterarme ruhen locker auf dem Tisch. Der Monitor steht ungefähr eine Armlänge entfernt, die oberste Bildschirmzeile knapp unterhalb der Augenhöhe. Das Licht fällt idealerweise von der Seite ein, damit weder Fenster noch Lampen auf dem Display spiegeln. Wer es genauer wissen möchte, findet im Leitfaden der gesetzlichen Unfallversicherung zur Gestaltung von Büroarbeitsplätzen detaillierte Maße und Empfehlungen, die sich problemlos auf das heimische Arbeitszimmer übertragen lassen.

Gerade im Homeoffice arbeiten viele direkt am Laptop, der flach auf dem Tisch liegt. Der Blick geht dann zwangsläufig nach unten, und der Nacken hält stundenlang gegen. Eine separate Tastatur und ein einfacher Laptopständer, notfalls ein Stapel stabiler Bücher, verändern die Haltung sofort.

Kleine Gewohnheiten mit großer Wirkung

Kein Bürostuhl ersetzt Bewegung. Hilfreich sind Routinen, die sich ohne großen Plan in den Arbeitstag einbauen lassen:

  • Telefonate im Stehen oder Gehen führen, statt dabei am Schreibtisch sitzen zu bleiben.
  • Etwa einmal pro Stunde aufstehen, die Arme strecken und die Schultern locker kreisen lassen.
  • Eine eher kleine Wasserflasche wählen, damit der Weg zum Auffüllen ganz nebenbei zur Pause wird.
  • Die Mittagspause für einen kurzen Spaziergang nutzen, auch wenn draußen der Herbstnebel hängt.
  • Bei einem höhenverstellbaren Tisch regelmäßig zwischen Sitzen und Stehen wechseln.

Auch der Übergang in den Abend spielt eine Rolle. Wer direkt vom Laptop aufs Sofa und dort zum Smartphone wechselt, gönnt dem Körper keine echte Pause. Ein Gang um den Block oder das Umziehen nach Dienstschluss setzen ein klares Signal, und wer weitere Anregungen sucht, findet Ideen für einen abwechslungsreich gestalteten Feierabend auch hier im Magazin.

Wenn der Kopf brummt, arbeiten oft die Augen mit

Wenn der Kopf brummt, arbeiten oft die Augen mit

Nicht jeder Kopfschmerz am Nachmittag kommt von Stress oder zu wenig Wasser. Manchmal arbeiten die Augen schlicht härter, als sie müssten. Wer häufig die Augen zusammenkneift, sich unbewusst zum Bildschirm vorbeugt oder abends über brennende Augen klagt, gleicht womöglich eine leichte Fehlsichtigkeit aus, und das zieht über die Haltung auch Nacken und Schultern in Mitleidenschaft. Gerade ab Mitte vierzig verändert sich die Sehkraft schleichend. Eine Überprüfung dauert nicht lange, und Optiker wie eyes + more in vielen Städten bieten dafür einen Sehtest an, nach dem sich klärt, ob eine normale Brille genügt oder eine spezielle Arbeitsplatzbrille sinnvoller ist. Übrigens haben Beschäftigte mit regelmäßiger Bildschirmarbeit Anspruch auf eine arbeitsmedizinische Vorsorge, bei der auch das Sehvermögen in den Blick genommen wird.

Licht tanken in der dunklen Jahreszeit

Der November bringt erfahrungsgemäß noch weniger Tageslicht als der Oktober. Umso mehr lohnt es sich, die hellen Mittagsstunden für ein paar Schritte im Freien zu nutzen, etwa entlang des Rheins oder durch den Stadtpark. Tageslicht hebt die Stimmung, die Muskeln lockern sich, und wer nach zwanzig Minuten an den Schreibtisch zurückkehrt, sieht die Aufgaben am Bildschirm oft mit deutlich klarerem Kopf.

Deine Reaktion

Aufregend
0
Interessant
0
Liebe es
0
Unsicher
0

Antwort verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Next Article:

0 %