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Bodo von Unruh: Schmerzfrei wird man nicht im Liegen

Bodo von Unruh weiß aus eigener Erfahrung, was Leistung, Schmerz und körperliche Grenzen bedeuten. Als ehemaliger Kaderathlet der Mountainbike-Nationalmannschaft hat er den Körper nicht nur studiert, sondern selbst bis an seine Belastungsgrenzen gebracht. Genau dort entstand seine Haltung zur Physiotherapie: Verstehen statt nur behandeln und Ursachen erkennen statt Symptome verwalten.

In seiner Arbeit verbindet Bodo von Unruh präzise funktionelle Diagnostik mit klarer Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten. Schmerzen sollen nicht einfach verschwinden, sondern erklärbar werden. Ziel ist ein stabiles Körpergefühl, sichere Bewegungsabläufe und langfristige Veränderung. Physiotherapie wird so zum aktiven Prozess und nicht zur passiven Abhängigkeit.

Interview mit Bodo von Unruh

Interview Bodo von Unruh

Herr von Unruh, was war für Sie der ausschlaggebende Moment, Physiotherapeut zu werden?

Die Idee, als Physiotherapeut im Sport zu arbeiten, kam, da ich selbst (leider zu oft) als Leistungssportler die Hilfe von Physios benötigt hatte. Ich war damals im Junioren- und U23 Kader der Mountainbikenationalmannschaft im Cross Country.

Nach der Einsicht, dass es für mich als Athlet nicht nach ganz vorne reichen wird, wollte ich über diesen Weg dem Sport verbunden bleiben.

Welche Haltung prägt Ihre tägliche Arbeit mit Patientinnen und Patienten?

Grundsätzlich sehe ich meine Arbeit als Physiotherapeut erstmal in der genauen funktionellen Diagnostik. Der Patient muss wissen, woher seine Probleme kommen und was er dagegen tun kann.

Eine einzelne Behandlung kann zwar zur akuten Schmerzlinderung beitragen, das ursächliche Problem muss aber z. B. über Vermeidung von Fehlbelastungen gelöst werden.

Woran erkennen Menschen, dass klassische Behandlungen allein nicht ausreichen?

Sofern ich dem Patient erklären und aufzeigen kann, dass die Lösung seines Problems durch eigene Korrektur seiner Bewegungsabläufe erfolgt, kommt die Einsicht meistens von alleine.

Leider bestimmt der Leidensdruck, wie lang diese Einsicht erhalten bleibt (sprich: wenn der Schmerz nachlässt, wird wieder weniger dagegen unternommen).

Bodo von Unruh setzt auf Bewegung statt Schonung

Zitat Bodo von Unruh

Was ist Ihnen in der physiotherapeutischen Begleitung besonders wichtig?

Ich möchte kein Abhängigkeitsgefühl vermitteln. Ich unterstütze jeden gern auf dem Weg zur Schmerzreduktion, erwarte aber eben auch, dass der Patient seine eigenen Möglichkeiten ausschöpft und sich nicht auf die passiven Maßnahmen durch die Behandlung verlässt.

Welche Veränderungen erleben Ihre Patientinnen und Patienten häufig zuerst?

Es sollte sich eine Veränderung im gesamten Bewegungsapparat bemerkbar machen. Die Bewegungsabläufe im Alltag werden stabiler und harmonischer, dadurch entsteht ein Sicherheitsgefühl und verringert die Angst vor den Bewegungen, die anfangs zu Schmerzen führten.

Was möchten Sie Menschen mitgeben, die körperliche Beschwerden ernst nehmen möchten und wie können sie mit Ihnen in Kontakt treten?

Ohne die eigene Leistungsbereitschaft wird eine Behandlung nur sehr kurzfristig helfen und nur von kurzer Dauer sein. Präventivmaßnahmen werden meist nur nach dem bereits erfolgtem Negativerlebnis (Schmerz) umgesetzt.

Wir sind in Stuttgart für Sie da und über unsere Website erreichbar

Mir selbst macht es täglich Spaß mit motivierten Kunden zu arbeiten und freue mich, bei den Veränderungen/Verbesserungen des Körpergefühls beteiligt sein zu können.

Zu sehen, wie unsere Philosophie Erfolg bringt und dadurch die Lebensqualität unserer Kunden sichtlich zunimmt, bestätigt mir meine Sichtweise immer wieder aufs Neue.

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