Interviews

Eva-Marina Wunsch zeigt, wie Veränderung im Alltag gelingt

Eva-Marina Wunsch begleitet Menschen, die spüren, dass reines Funktionieren nicht mehr reicht. Als Diplom-Sozialpädagogin und Online-Coach verbindet sie Persönlichkeitsentwicklung mit Ernährung Fitness und mentaler Klarheit. Ihr Ansatz ist geprägt von echter Lebenserfahrung, fundierter Ausbildung und dem tiefen Verständnis dafür, wie Stress innere Muster und den Körper gleichermaßen beeinflusst.

Im Interview mit Baden1 spricht Eva-Marina Wunsch offen über ihren eigenen Weg, über Essstörungen Selbstkritik und innere Wendepunkte. Sie erklärt, warum nachhaltige Veränderung nicht durch Disziplin entsteht sondern durch Sicherheit im eigenen System. Ein Gespräch über Gedanken-Transformation alltagstaugliche Routinen und darüber, wie echte Entwicklung möglich wird ohne Druck Perfektionismus oder Selbstoptimierungszwang.

Interview mit Eva-Marina Wunsch

Interview Eva-Marina Wunsch

Was hat Sie dazu bewegt, mit Menschen in herausfordernden Lebenssituationen zu arbeiten?

Mein Einstieg war tatsächlich eher „zufällig“ und gleichzeitig ein echter Wendepunkt: Mit 18 habe ich neben dem Abitur einen Nebenjob als Nachtwache in einem Wohnheim für erwachsene psychisch kranke Menschen gemacht – eigentlich nur als Taschengeldaufbesserung gedacht. Aber diese Begegnungen haben mich tief berührt.

Ich habe gemerkt, wie viel es ausmacht, wenn jemand präsent bleibt, wenn es schwierig wird. Wenn jemand zuhört, ohne zu bewerten. Und wenn ein Mensch nicht auf seine Diagnose, seine Vergangenheit oder seine aktuelle Krise reduziert wird. Diese Erfahrung hat mich so beeindruckt, dass ich mich anschließend für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden habe und danach für das Studium der Sozialpädagogik.

Heute ist genau das mein innerer Motor: Menschen wieder in Verbindung mit sich selbst zu bringen – damit sie nicht nur „funktionieren“, sondern sich wieder sicher, lebendig und handlungsfähig fühlen.

Welche Erfahrungen haben Ihren Weg besonders geprägt?

Eine meiner prägendsten Erfahrungen war meine Auslandszeit: 2013 bin ich für ein Jahr nach Vancouver, Kanada gegangen. Allein in einem fremden Land Fuß zu fassen, mit einer anderen Sprache und Kultur, war herausfordernd und gleichzeitig unglaublich stärkend.

Ich habe dort vor allem in einem Wohnheim für schwer erziehbare Jugendliche gearbeitet, die erlebnispädagogisch betreut wurden. Das hat mir gezeigt, wie stark Menschen aufblühen können, wenn sie einen klaren Rahmen bekommen, echte Beziehung erleben und jemand an sie glaubt – auch dann, wenn sie selbst es gerade nicht können.

Und ich glaube, genauso prägend ist, dass ich die Schattenseiten des Lebens nicht nur aus der Begleitung anderer kenne, sondern auch aus eigener Erfahrung: Ich hatte viele Jahre mit einer Essstörung (Bulimie/Binge-Eating) zu kämpfen, mit einem sehr selbstkritischen, teilweise selbstzerstörerischen Selbstbild und weiteren Schicksalsschlägen.

Ich weiß, wie es sich anfühlt, innerlich gegen sich selbst zu arbeiten und wie viel Kraft es kostet, da wieder herauszufinden. Genau deshalb ist mein Blick heute so ressourcenorientiert: Nicht „Was stimmt nicht mit dir?“, sondern „Was brauchst du – und was ist schon in dir vorhanden?“.

Wie fließen Ihre Auslandszeit und Berufserfahrung in Ihr Coaching ein?

Meine Auslandszeit hat mir vor allem zwei Dinge geschenkt: Demut und Mut. Demut, weil ich erlebt habe, wie schnell man selbst aus der Komfortzone fällt und wie sehr man dann Halt, Struktur und Menschen braucht. Und Mut, weil ich dort gespürt habe: Ich kann mich auf mich verlassen, auch wenn nicht alles planbar ist. Dieses Gefühl von „Ich kriege das hin“ ist etwas, das ich auch meinen Klientinnen und Klienten vermitteln möchte – nicht als Spruch, sondern als echte Erfahrung im Alltag.

Beruflich habe ich seit meiner Rückkehr nach Deutschland verschiedene Felder kennengelernt: Straffälligenhilfe, berufliche Rehabilitation und ein Seminarzentrum für alternative Krebstherapie. Aktuell bin ich noch in Elternzeit, arbeite jedoch bald wieder, in Teilzeit als betriebliche Sozialarbeiterin, berate Mitarbeitende und Führungskräfte und gebe Workshops.

Diese Bandbreite hilft mir im Coaching enorm: Ich sehe schnell Zusammenhänge, erkenne Muster, kann gut stabilisieren und gleichzeitig in die Umsetzung führen. Und weil ich Körper, Geist und Psyche immer zusammen denke, habe ich parallel Weiterbildungen im Fitnessbereich gemacht (u. a. EMS, C- und B-Lizenz). Das Ergebnis ist ein Coachingstil, der tief geht, aber nicht kompliziert ist: klare Schritte, realistische Routinen und ein menschlicher Blick, der nicht verurteilt.

Wie Eva-Marina Wunsch mentale Klarheit alltagstauglich macht

Zitat Eva-Marina Wunsch

Warum gehören Körper und Persönlichkeitsentwicklung für Sie zusammen?

Weil wir nicht nur „im Kopf“ leben. Wenn wir dauerhaft unter Stress stehen, wenn wir uns selbst innerlich klein halten oder ständig kämpfen, dann zeigt sich das fast immer auch körperlich: Erschöpfung, Schlafprobleme, Heißhunger, Unruhe, Anspannung, Verdauungsthemen – oder dieses Gefühl, nie richtig „runterzukommen“. Und umgekehrt kann der Körper ein unglaublich starker Hebel sein: Bewegung reguliert das Nervensystem, gute Ernährung kann Energie und Stabilität fördern, und kleine körperliche Erfolge stärken Selbstwirksamkeit.

Ein zentraler Punkt in meinem Ansatz ist dabei die Gedanken-Transformation: Den größten Stress machen wir uns häufig nicht durch das, was passiert – sondern durch das, was wir darüber denken. Innere Sätze wie „Ich schaffe das nie“, „Ich muss perfekt sein“ oder „Ich bin nicht konsequent genug“ halten Menschen oft in alten Mustern fest. Genau diese Gedanken bewusst zu erkennen, zu hinterfragen und aufzulösen, ist essenziell, damit Veränderung nicht nur kurzfristig funktioniert, sondern langfristig trägt.

Ich erlebe es oft: Menschen wollen ihr Leben verändern, aber sie versuchen es nur über den Kopf – mit Plänen, To-do-Listen und strenger Disziplin. Mein Ansatz ist anders: Ich kombiniere mentale Klarheit und innere Stabilität mit körperlicher Regulation und praktikablen Routinen. Weil echte Veränderung leichter wird, wenn dein System sich sicher fühlt – und dein Kopf nicht mehr gegen dich arbeitet.

Gesundheit ist kein Projekt – es ist eine Entscheidung, die wir jeden Tag neu treffen.

Was hat Ihre eigene Transformation Sie gelehrt?

Dass Druck laut ist – aber Veränderung leise beginnt. Und dass „perfekt“ oft der größte Feind von „machbar“ ist. 2020 war für mich ein Schlüsseljahr: Ich habe meine eigene Transformation sehr bewusst angestoßen und hatte die Möglichkeit, an mehreren Seminaren (online und live in Florida) von Anthony Robbins teilzunehmen und mich über das Robbins-Madanes-Training weiterzubilden.

Was ich daraus mitgenommen habe: In jedem Menschen steckt eine starke treibende Kraft – aber oft ist sie blockiert durch alte Geschichten, Angst vor dem Scheitern, zu hohe Erwartungen oder das Gefühl, „nicht gut genug“ zu sein. Meine Transformation hat mir gezeigt, dass echte Veränderung nicht dadurch entsteht, dass man härter wird – sondern klarer. Dass man sich selbst wieder ernst nimmt. Und dass kleine, konsequente Schritte oft das Leben drehen, weil sie Vertrauen schaffen: „Ich kann das. Ich bleibe dran.“

Gerade seit der Geburt meiner Tochter hat sich mein Blick auf Veränderung noch einmal vertieft. Diese Erlebnis ist für mich eine unglaublich tiefe und wunderbare Erfahrung – voller Demut, Kraft und einer Liebe, die ich so vorher nicht kannte. Mutter zu sein zeigt mir, wie wertvoll einfache, tragfähige Routinen sind: nicht die perfekten Pläne, sondern das, was auch an müden Tagen funktioniert.

Ich habe gelernt, dass Selbstfürsorge keine Kür ist, sondern die Basis – denn wenn ich innerlich stabil bin, kann ich auch gut für andere da sein. Und ich spüre heute noch klarer: Veränderung wird nachhaltig, wenn sie sich dem echten Leben anpasst – mit Familie, Verantwortung, wenig Zeit und trotzdem dem Wunsch, sich selbst nicht zu verlieren.

Was möchten Sie den Menschen gerne mitgeben und wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?

Ich möchte Menschen mitgeben: Du musst nicht erst „fertig“ sein, um loszugehen. Du musst nicht erst motiviert sein, um anzufangen. Und du musst nicht hart mit dir sein, um dich zu verändern. Oft braucht es weniger Disziplin und mehr Verständnis für die eigenen Muster, plus einen Plan, der wirklich in den Alltag passt.

Mir ist Coaching auf Augenhöhe wichtig: respektvoll, klar, humorvoll und ohne Druck. Es ist für mich das Schönste, ein Stück Wegbegleiterin zu sein und Entwicklung mitzuerleben.

Kontakt läuft am einfachsten über meine Website. Dort kann man auch ein kostenloses Erstgespräch anfragen. Und wer mich erst einmal kennenlernen möchte, findet mich zusätzlich über meine Social-Media-Kanäle mit Rezepten, Workouts und Impulsen für persönliche Entwicklung.

Außerdem erscheint mein Kochbuch „Fit & Veggie“ Mitte März. Darin verbinde ich alltagstaugliche, nährstoffreiche Rezepte mit einem ganzheitlichen Ansatz – also Ernährung, Bewegung und Mindset als echtes Gesamtpaket. Mein Ziel ist, dass gesunde Routinen nicht kompliziert wirken, sondern sich leicht und machbar anfühlen – auch in einem vollen Alltag.

Über Eva-Marina Wunsch

Eva-Marina Wunsch ist Diplom-Sozialpädagogin und Online-Coach für Ernährung, Fitness und Persönlichkeitsentwicklung. Sie begleitet Menschen dabei, aus Stress und festgefahrenen Mustern auszusteigen und alltagstaugliche Routinen aufzubauen – körperlich wie mental. Ihr Ansatz verbindet nährstoffreiche Ernährung, Bewegung und Gedanken-Transformation, damit Veränderung nicht nur beginnt, sondern langfristig trägt.

 

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