Interviews

Isabella Bühler und die stille Leere

Von außen betrachtet läuft alles. Karriere, Freundeskreis, Sport, Reisen, vielleicht sogar die perfekte Wohnung. Und trotzdem gibt es diese Momente, in denen plötzlich alles still wird. Nicht angenehm still, sondern leer. Viele Frauen funktionieren jahrelang auf höchstem Niveau, während ihr Körper längst Alarm schlägt. Schlafprobleme, emotionale Überforderung, Daueranspannung oder das Gefühl, sich selbst komplett verloren zu haben, beginnen oft viel früher, als man wahrhaben will.

Isabella Bühler kennt genau diesen Zustand. Sie weiß, wie es sich anfühlt, nach außen stark zu wirken und innerlich trotzdem permanent gegen sich selbst zu kämpfen. Heute begleitet sie Frauen dabei, alte emotionale Muster sichtbar zu machen, die oft seit der Kindheit unbewusst das ganze Leben steuern. Im Interview geht es um überforderte Nervensysteme, emotionale Konditionierung und die Frage, warum Erfolg alleine niemals echte Erfüllung ersetzen kann.

Interview mit Isabella Bühler

Interview Isabella Bühler

 

Frau Bühler, welcher Wendepunkt hat Ihr Leben nachhaltig verändert?

Es gab nicht den einen großen Knall, sondern eine ganze Serie kleiner Crashes, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich war Mitte Zwanzig, lebte das Münchner Bussi-Bussi-Leben, hatte tagsüber Zoom Calls mit Geschäftspartnern auf der ganzen Welt, abends Party oder Pilates. Innerlich war ich seit Jahren im Zwiespalt.

Ich suchte in Essen Halt und Trost, trainierte mir dann alle Kalorien wieder mühsam ab, bis ich meine Periode verloren habe. Zusätzlich bin ich von Arzt zu Arzt gerannt, ohne dass irgendwer eine Antwort auf meine Darmbeschwerden hatte.

In dieser Zeit hatte ich mehrere Unfälle und Verletzungen kurz hintereinander. Mein Körper hat angefangen, mir sehr deutlich zu zeigen, dass ich nicht präsent und bewusst war. Ich habe mich dauerhaft gejagt gefühlt, war auf dem Papier aber voll auf Kurs und innerlich klaffte eine Wunde immer weiter auf.

Erst später sollte ich herausfinden, dass ich ein dauerhaft übersteuertes Nervensystem hatte. Meine eigenen Glaubenssysteme haben mich voller Wucht gegen die Wand gefahren, bis ich nicht mehr anders konnte als hinschauen.

Warum fühlen sich viele erfolgreiche Frauen innerlich leer?

Weil wir gelernt haben, Leistung mit Wert zu verwechseln. Die meisten Frauen, die zu mir kommen, sind in Familien aufgewachsen, in denen Liebe an Bedingungen geknüpft war. Sei lieb, sei still, sei besser als die anderen, dann bist du gut und wirst akzeptiert.

Wenig bedingungslose Liebe, dafür Stolz und Anerkennung, wenn man gute Noten hatte. Diese Frauen funktionieren später hervorragend. Sie ziehen Projekte durch, halten Familien zusammen und übernehmen Verantwortung, bevor jemand danach fragt.

Aber: ihr Nervensystem läuft seit Jahrzehnten im Stressmodus und sie selbst halten das für Antrieb. Irgendwann, meistens zwischen Ende Zwanzig und Mitte Dreißig, kommt der Punkt, an dem Sinnfragen hochkommen wie:

  • Wofür tue ich das alles eigentlich?
  • Bin ich glücklich?
  • Warum nicht?

Das ist keine Krise im klassischen Sinn. Das ist intelligente Information. Der Körper merkt früher als der Kopf, dass dieses Ziel, dem wir hinterherrennen, nicht von Herzen wollen. Viele Frauen fühlen sich, als würden sie im Zug in die falsche Richtung sitzen.

Der, bei dem ihnen versprochen wurde, dass er zu einem “guten, sicheren Leben” führt. Die Leere ist also ein Signal. Sie zeigt, dass die eigene innere Stimme nie gefragt wurde oder zu lange übergangen wurde.

Was verändert sich durch Ihre Arbeit zuerst im Alltag Ihrer Klientinnen?

Klientinnen können oft kaum benennen, was sie blockiert. Wir machen sichtbar, welches Kernthema sich durch ihr Leben zieht. Viele erkennen zum ersten Mal bewusst: „Aha, der Satz ‚Ich bin nicht gut genug‘ oder ‚Ich muss es perfekt machen‘ zieht sich bei mir seit Jahrzehnten wie ein roter Faden durch!“

Allein dieses Erkennen verändert die Wahrnehmung des eigenen Alltags grundlegend, weil plötzlich klar wird, warum man in bestimmten Situationen so reagiert, wie man reagiert. Das Bewusstwerden ist die Grundlage für Veränderung.

Das Zweite, was sich verändert, ist die innere Bewertung äußerer Umstände. Eine Rechnung, eine Aussage, eine geäußerte Kritik: statt von Wut, Trauer, Ohnmacht oder Überforderung überrollt zu werden, fühlen sie zum ersten Mal gelassene Neutralität.

Eine Mutter hat mir einmal erzählt: „Mein Sohn hat genau die Bemerkung gemacht, bei der ich sonst explodiert wäre. Diesmal habe ich gemerkt: es ist da, aber es zieht mich nicht mehr runter. Ich kann jetzt ruhig und humorvoll darauf reagieren.”

Drittens verändert sich die körperliche Ebene: Der Schlaf wird tiefer, die innere Daueranspannung lässt nach, das macht z.B. sich bemerkbar an der Verdauung oder Rücken- und Nackenschmerzen.

Viertens und das ist meistens der für das Umfeld sichtbarste Effekt  verändern sich die Reaktionen in zwischenmenschlichen Beziehungen. Konflikte mit Partner, Kindern, Eltern oder Kolleginnen verlaufen anders, weil meine Klientinnen nicht mehr aus dem alten, bekannten, aber “ausgedienten” Muster heraus reagieren.

Sie setzen klare Standards, erleben sich gelassener und kommunizieren ruhiger. Im Business-Kontext sehe ich oft, dass Entscheidungen plötzlich leichter fallen, weil die unbewussten Blockaden („Ich kann das nicht“, “Selbständigkeit ist hart”) nicht mehr im Hintergrund mitsteuern.

Isabella Bühler bricht alte Muster auf

Zitat Isabella Bühler

 

Inwiefern hilft Ihr eigener Weg heute anderen Frauen konkret?

Ich war einmal dort, wo viele meiner Klientinnen sitzen, wenn wir zum ersten Mal sprechen. Auf dem Lebenslauf alles richtig gemacht, aber innerlich unzufrieden. Mit einem Körper, der durch Symptome verzweifelt versucht, zu kommunizieren und einem Kopf, der stur weiter das macht, was erwartet wird.

Ich kenne die Erschöpfung der Frau, die nach außen lustig, unkompliziert und fürsorglich ist und dann Momente hat, wo sie heulend auf der Toilette sitzt. Getroffen von einem Kommentar oder davon, dass ein Nachricht auf “gelesen” aber unbeantwortet ist. Weil das genau die innere Story wieder hervorholt, die sich in der 3. Klasse innerlich abgespeichert hat, als man sich abgelehnt und ausgeschlossen gefühlt hat.

Ich kenne die Selbstkritik, die jeden Schritt nach vorne sofort wieder klein redet und sich und ihre Gedanken hinterfragt. Ich kenne den Reflex, sich beweisen zu müssen, weil das Umfeld genau hinschaut, wenn man etwas außerhalb der Norm macht.

Ich weiß wie es ist, wenn man die Folgen von Alkoholmissbrauch im engen familiären Umfeld erleben muss. Und wie es ist, wenn man seine eigenen Emotionen nicht fühlen möchte. Genau deshalb arbeite ich heute so, wie ich es damals selbst gebraucht hätte.

In dem Wissen, dass mein Weg meiner ist und jede Frau ihren individuellen Weg gehen darf. Dabei begleite ich. Ich schlüpfe auch mal in die Mentorenrolle, teile meine Erfahrung und feuere meine Klienten an. Hauptsächlich arbeite ich jedoch mit Methoden und Fragestellungen, mit denen die Coachees selbst an ihre innere Wahrheit kommen.

Was unterscheidet Ihre Begleitung von klassischem Coaching?

Klassisches Coaching und auch viele Therapieformen arbeiten meistens auf der kognitiven Ebene, dem Verstand. Ziele setzen, die alte Leier immer wieder stundenlang diskutieren, um sie zu verstehen, Glaubenssätze umformulieren, Ängste erklären, Affirmationen anhören.

Das funktioniert für manche Themen sehr gut, gerade dann, wenn die Blockade tatsächlich auf der Ebene des Denkens sitzt. Bei den Frauen, die zu mir kommen, sitzt sie dort eher selten. Sie haben schon zig Bücher gelesen, oft auch Gesprächstherapie gemacht und können ihre Muster meistens sehr präzise erklären.

Verstehen reicht in diesen Fällen jedoch nicht aus, weil das eigentliche Programm im Unterbewusstsein, im emotional-neuronalen Gedächtnis und im Nervensystem läuft. Genau dort setze ich an.

Nicht im Denken, sondern im Fühlen.

Die Arbeit ist dadurch tiefer und manchmal auch unbequemer, gleichzeitig in einer Geschwindigkeit wirksam, die viele überrascht.

Was möchten Sie Frauen mitgeben, die spüren, dass mehr möglich ist und wie können sie mit Ihnen in Kontakt treten?

Sieh deine Emotionen als Wegweiser, nicht als alleinige Wahrheit. Wir haben gelernt, entweder unseren Gefühlen blind zu folgen oder sie wegzudrücken (meistens Letzteres).

Emotionen sind Hinweise, oft sehr Wichtige, gleichzeitig sind viele unserer Emotionen chemische Reaktionen auf alte Erfahrungen, also Konditionierungen aus der Kindheit, aus früheren Beziehungen, aus Familiensystemen. Wenn du lernst zu unterscheiden, welche Emotion gerade ein altes Programm ist und welche dein echter innerer Kompass, dann öffnet sich etwas.

Dein Bauchgefühl wird wieder vernehmbar. Dieses Bauchgefühl zurück zu bekommen und die eigenen Trigger zu transformieren ist der kürzeste Weg zu einer wunderschönen Beziehung mit uns selbst und unserem Umfeld, den ich kenne. Das ist meiner Erfahrung nach das Wichtigste im Leben. Alles andere baut darauf auf.

Bitte warte mit diesem Hinschauen und Bearbeiten deiner Muster und inneren Annahmen nicht so lange wie ich. Du brauchst weder eine Krise, noch ein Jour Fixe bei der örtlichen Notaufnahme, um anzufangen. Wenn du mit mir arbeiten möchtest, findest du auf meiner Website ein kostenfreies Erstgespräch zum Buchen.

Ich arbeite hauptsächlich online, deshalb kannst du auch auf den Bahamas sitzen, während wir telefonieren. Dann gerne mit Video 🙂

Auf Instagram bin ich unter Isabella.coaching unterwegs und wer in meinen Newsletter reinlesen möchte, findet auch den auf meiner Website. Mein Grundsatz ist einfach: Erfüllt ist das neue Erfolgreich. Wer das erste in sich spürt, hat das Zweite irgendwann sowieso.

Über Isabella Bühler

Isabella Bühler begleitet heute genau die Frauen, die sie selbst viele Jahre war. Sie funktionierte in der Corporate-Welt, performte in Start-ups und verlor sich gleichzeitig immer wieder in Beziehungen zu emotional nicht verfügbaren Männern, ohne zu erkennen, wie stark das Gefühl, nicht gut genug zu sein, ihre Entscheidungen prägte.

Heute liegt ihre Mission darin, Frauen wieder in einen liebevollen Kontakt mit ihren Emotionen zu bringen und echte innere Sicherheit aufzubauen. Abseits ihrer Arbeit begeistert sie sich als mindful Sommelière für alte Porsche und BMWs sowie für einen Lebensstil, der bewusste Selbstfürsorge und ausgelassene Lebensfreude miteinander verbindet.

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