Jasmin Stärk kennt das Gefühl, wenn das Leben immer voller wird und sich trotzdem leer anfühlt. Nach der Geburt ihres ersten Sohnes sammelten sich nicht nur Dinge, sondern auch mentale To-do-Listen, Erwartungen und ein permanenter innerer Druck. Was nach Ordnung aussah, war in Wahrheit Überforderung. Erst als sie erkannte, dass mehr Besitz nicht mehr Erfüllung bringt, begann ihr Weg zu echter Klarheit, Reduktion und innerem Freiraum.
Heute begleitet Jasmin Stärk Menschen dabei, Ballast loszulassen und zwar nicht nur im Kleiderschrank, sondern auch im Kopf. Ihr Ansatz verbindet Minimalismus mit innerer Ausrichtung und systemischem Coaching. Es geht nicht um perfekte Ordnung, sondern um bewusste Entscheidungen, echte Bedürfnisse und den Mut, Platz für ein Leben zu schaffen, das sich wieder stimmig anfühlt.
Jasmin Stärk im Interview

Frau Stärk, was war Ihr persönlicher Wendepunkt?
Als ich einmal, nach der Geburt meines ersten Sohnes, einen Ausflug mit meiner Freundin machte, hatte ich eine Tasche mit Ersatzklamotten dabei, die so voll war, dass sie mich fragte:
Hast du eine eigene Boutique dabei?
Heute muss ich beim Gedanken an die Tasche selbst lachen, aber damals wirkte es für mich eher vernünftig und war ein Ausdruck meiner völligen Ahnungslosigkeit, wieviel von was, wann eigentlich notwendig war. Ich hatte wirklich alles dabei und von allem zu viel!
Der Wendepunkt kam dann aber eher schleichend durch jedes neue Teil, das einzog, nicht wegen eines bestimmten Termins oder einer großen Krise. Sondern wegen allem zusammen. Die Spielsachen, die sich stapelten. Die Klamotten, durch die ich mich durchsortieren musste. Die endlosen To-do-Listen im Kopf, die nie weniger wurden. Und diese leise, aber beharrliche Stimme: „Ich müsste noch…“
Irgendwann habe ich begriffen: Mein Leben wird immer voller – aber nicht erfüllter. Und genau in diesem Moment entstand der Wunsch nach etwas anderem. Nach Reduktion. Nach Struktur. Nach Ruhe. Nicht aus einem Ideal heraus, sondern aus einem tiefen Bedürfnis nach weniger.
Warum ist innere Klarheit der Schlüssel für Veränderung?
Weil die meisten Menschen nicht an fehlenden Methoden scheitern – sondern an einem inneren Nebel. Sie wissen nicht mehr genau: Was will ich eigentlich? Was brauche ich wirklich? Was belastet mich und warum eigentlich?
Viele versuchen, „außen aufzuräumen“, ohne zu verstehen, wofür sie überhaupt Platz schaffen möchten. Sie sortieren aus, kaufen Kisten, optimieren Abläufe und zwei Wochen später ist alles wieder wie vorher. Weil die innere Richtung fehlt.
Innere Klarheit bedeutet für mich: wieder zu sich selbst durchdringen. Die eigenen Bedürfnisse wieder hören können. Prioritäten sortieren, nicht nur im außen, sondern auch nach innen. Entscheidungen treffen – nicht aus Druck oder Pflichtgefühl, sondern aus einer echten Richtung heraus.
Was bedeutet Minimalismus für Sie wirklich?
Minimalismus hat für mich wenig mit Zahlen zu tun. Es geht nicht darum, wie viele Dinge ich besitze oder wie leer meine Schränke sind. Es geht darum, bewusst zu wählen, was bleiben darf und loszulassen, was mich leise, aber stetig belastet.
Und das können ganz konkrete Dinge sein: die Jacke, die ich nur behalte, weil sie teuer war. Zubehör, das ich aufbewahre, weil „man könnte es ja noch gebrauchen“. Die Dekoration, die eben ein Geschenk war. Aber genauso geht es um mentalen Ballast: Antreiber wie „Ich sollte…“. „Warum eigentlich?” oder Anteile an Rollenbildern, die ich vorher nicht hinterfragt habe.
Minimalismus ist für mich deshalb vor allem eines: ein Weg zurück zur Selbstbestimmung. Ich entscheide wieder, was in mein Leben gehört. Nicht das schlechte Gewissen, nicht die Angst, nicht die Erwartungen. Sondern ich.
Jasmin Stärk: Platz schaffen für das Wesentliche

Woran merken Menschen zuerst, dass sie zu viel Ballast tragen?
Meistens an bestimmten, sehr alltäglichen Signalen – die aber auf Dauer unglaublich zermürbend sind: Sie räumen ständig auf und sie werden trotzdem nie „fertig“. Es gibt bestimmte Ecken im Zuhause, die sie meiden: den Keller oder die Kisten auf dem Dachboden. Der Kopf ist voll mit offenen Schleifen – selbst in eigentlich ruhigen Momenten.
Und dann ist da dieses diffuse Gefühl von Grundstress, das sich nicht mehr abschütteln lässt: „Ich kann hier gar nicht richtig entspannen.“
Was ich im Coaching erlebe: Das Problem sind oft zu viele ausstehende Entscheidungen, die seit Monaten oder Jahren vor sich hergeschoben werden und entsprechend unvollendete Projekte. Jedes Ding, das „irgendwie“ da ist, kostet uns Energie – auch wenn wir es gar nicht mehr bewusst wahrnehmen. Was verändert sich, wenn wieder mehr Freiraum entsteht?
Ganz praktisch gesehen: Du musst weniger verwalten. Weniger putzen, sortieren, suchen, wegräumen. Es entsteht Zeit und die wird plötzlich wieder spürbar. Zeit, die nicht schon im Vorbeigehen verbraucht ist.
Aber emotional verändert sich oft noch viel mehr. Die Räume werden ruhiger und mit ihnen der Kopf. Viele Menschen berichten, dass sie wieder besser schlafen können. Dass Entscheidungen leichter fallen. Dass sie wieder Lust bekommen auf Dinge, die ihnen wirklich gut tun.
Aber auch, dass sie überhaupt erst wieder losgehen können, da sie sich nicht mehr durch die durch Besitz entstehenden Verpflichtungen gebunden fühlen.
Freiraum ist für mich nicht „Leere“. Freiraum ist die Grundlage dafür, dass du dein Leben wieder bewusst füllen kannst. Mit dem, was dir entspricht und dich bestenfalls auch glücklich macht.
Was möchten Sie Menschen mitgeben, die sich Veränderung wünschen und wie können sie mit Ihnen in Kontakt treten?
„Geh von Kategorie zu Kategorie.” Erst die Kleidung, dann die Bettwäsche, dann die nächste Kategorie. Manchmal findest du in deiner Erinnerungsbox dein gebrochenes Herz.
In deinem Kleiderschrank deine Reiselust und in deinem Bücherregal den Traum deiner Selbstverwirklichung. Nimm dir die Zeit um Raum zu schaffen. Unser Besitz hat oft Bedeutung und diese zu erkennen, hilft dabei sich selbst besser kennen zu lernen.
In Träumen, Mustern und oft den eigenen Sehnsüchten. Hieraus lassen sich dann echte und oft neue Ziele ableiten und daraus entstehen dann echte neue Erfahrungen. Ich begleite Menschen als systemischer Coach genau in solchen Momenten.
Es ist ein sehr greifbarer, fast handfester Einstieg. Über Dinge kommen wir meist schnell zu den eigentlichen Fragen: Was hält dich fest? Was darf endlich gehen? Und wofür willst du überhaupt Platz schaffen?
Konkret biete ich online Einzelcoaching an, in denen wir zusammen Muster durch Worte sichtbar machen. Ich interessiere mich echt und aufrichtig für meine Coachees und gehe mit ihnen durch ihr Leben in Dingen sowie Gedanken.
Mein Kontakt ist entweder per Mail an staerk.jasmin@gmail.com oder telefonisch unter (0177) 2 34 64 29. Wer neben einem Coaching auch auf der Suche nach weiterer Inspiration ist, schaut gerne auch auf meinem Blog vorbei!
Über Jasmin Stärk
Jasmin Stärk wuchs als Kirmeskind zwischen Karussells und Mandelwagen auf. Viele Rollen und viele Wege prägten ihr Leben von der Ingenieurin bis zur Tänzerin und Mutter. Heute arbeitet sie als Coachin und hält Raum für Menschen, die mutig neue Erfahrungen suchen und ihren eigenen Weg bewusster gestalten wollen.


