Jürgen Knappich ist systemischer Coach mit über 20 Jahren Managementerfahrung in internationalen Unternehmen. In seiner Coachingarbeit begleitet er Menschen, die beruflich oder persönlich feststecken und wieder Klarheit, Orientierung und innere Stabilität gewinnen möchten.
Im Interview für Baden1 spricht Jürgen Knappich darüber, warum nachhaltige Veränderung nicht durch kurzfristige Motivation entsteht, sondern durch echtes Verstehen. Er erklärt, wie Perspektivwechsel, Ressourcenarbeit und systemisches Coaching helfen, neue Handlungsspielräume zu öffnen und den eigenen Weg bewusst weiterzugehen.
Jürgen Knappich aus Stuttgart im Interview

Herr Knappich, was hat Sie persönlich dazu bewegt, Coach zu werden?
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich in den vergangenen 20 Jahren sehr vom Coaching profitiert habe. Ich hatte über die Jahre hinweg mehrere Coaches – zu unterschiedlichen Themen: in persönlichen Lebensbereichen, bei Glaubenssätzen und auch im beruflichen Kontext.
Ich gehöre zu den Menschen, denen es hilft, Dinge auszusprechen und mit jemandem zu reflektieren, der professionell arbeitet. Heute kann ich sagen: Das hat mein Leben nachhaltig verändert.
Aus dieser positiven Erfahrung ist der Wunsch entstanden, selbst Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen eine ähnliche Form von Klarheit und Unterstützung zu ermöglichen, wie ich sie erfahren habe.
Wie prägen Ihre 20 Jahre Management-Erfahrung Ihre Arbeit im Coaching heute?
Viele meiner Klientinnen und Klienten kommen aus einem beruflichen Kontext. Sie erleben zum Beispiel Konflikte am Arbeitsplatz, fühlen sich überfordert oder zweifeln grundsätzlich an dem, was sie tun.
Durch meine Management-Erfahrung in großen internationalen Unternehmen kann ich mich schnell und gut in solche Situationen hineinversetzen. Ich kenne Strukturen, Dynamiken und typische Muster – insbesondere im Management.
Und ich kenne das auch aus eigener Erfahrung: Phasen der Überforderung, Selbstzweifel, Konflikte und Enttäuschungen. Genau diese Mischung aus Praxisnähe und Coaching-Haltung hilft mir, Menschen wirksam zu begleiten – ohne vorschnell zu bewerten oder Lösungen vorzugeben.
Woran merken Klientinnen und Klienten meist zuerst, dass Veränderung nötig ist?
Viele Menschen spüren, dass sie etwas verändern möchten – aber Mut, Energie oder Orientierung fehlen, um die nächsten Schritte zu gehen.
Die Menschen, die zu mir kommen, haben diesen Schritt bereits gemacht. Sie merken: So wie es gerade läuft, treten sie auf der Stelle und das macht sie zunehmend unzufrieden.
Oft braucht es einen gewissen Leidensdruck, bevor sich jemand Unterstützung holt. Als systemischer Coach ist es dann meine Aufgabe, die individuelle Situation gemeinsam mit den Klientinnen und Klienten zu klären, Zusammenhänge sichtbar zu machen und neue Lösungsräume zu öffnen.
Jürgen Knappich über Klarheit, Richtung und echte Veränderung

Was unterscheidet nachhaltige Veränderung von kurzfristiger Motivation?
Verstehen schafft Freiheit.
Kurzfristige Motivation ist oft ein Impuls, der schnell verpufft – häufig ausgelöst durch äußere Faktoren wie Lob, Kritik, Belohnung oder Stress. Nachhaltige Veränderung entsteht dagegen aus einem Prozess mit Tiefgang.
Genau das ist der Ansatz in meiner Coaching-Praxis: Ich möchte, dass Klientinnen und Klienten ihre Situation ganzheitlich verstehen und Klarheit gewinnen – über Ziele, Werte, innere Antreiber, Glaubenssätze und die Muster, die daraus entstehen. Daraus entwickelt sich echte Handlungsfähigkeit.
Welche Rolle spielen Perspektivwechsel und Ressourcenarbeit in Ihrem Ansatz?
Ressourcenorientierung ist eine zentrale Grundlage im systemischen Coaching. Es geht nicht darum, Menschen zu beraten oder ihnen zu sagen, wie ich es machen würde. Es geht darum, sie dabei zu unterstützen, ihren eigenen Lösungsweg zu finden – passend zu ihrer Persönlichkeit, ihren Stärken und ihrem Kontext. Nur so kann Veränderung wirklich nachhaltig werden.
Perspektivwechsel ist dabei eine wichtige Methode, kombiniert mit gezielten Fragen. Oft sind Menschen in einer starren Sichtweise gefangen. Wenn sich der Blick weitet, entsteht häufig sofort Erleichterung – weil neue Optionen sichtbar werden.
Ein Beispiel: Ein Klient verlor seinen Job und wurde für mehrere Monate freigestellt. Das hat ihn zunächst stark belastet. Im Coaching haben wir die Situation neu gerahmt: Weg vom „Jobverlust“ hin zu einer Art „Freisetzung“ – also einer Phase, in der Raum entsteht, sich beruflich weiterzuentwickeln und neu zu orientieren. Das verändert nicht die Fakten, aber es verändert den inneren Handlungsspielraum.
Was möchten Sie Menschen mitgeben, die beruflich oder persönlich feststecken und wie können sie mit Ihnen in Kontakt treten?
Ich möchte Menschen ermutigen, sich Unterstützung zu holen, wenn sie feststecken – beruflich oder persönlich. Dieses Feststecken kostet enorm viel Energie und macht auf Dauer mürbe.
Und die spannende Frage ist: Was wäre, wenn in einem gezielten Coaching-Prozess Dinge wieder in Bewegung kommen und Klarheit entsteht, wie es weitergehen kann?
Für Interessenten biete ich ein kurzes unverbindliches Kennenlerngespräch. Das kannst man über den Buchungslink auf meiner Website vereinbaren. Eine direkte Email an juergen@coachingmate.de geht ebenfalls.


